Willkommen

Die Hochschulpolitik in Bayern entscheidet meist über die Köpfe der Studierenden hinweg. Im Referat Aktion beschäftigen wir uns mit den hochschulpolitischen Themen und versuchen über aktuelle Veränderungen und Probleme zu informieren und unsere Meinung gegenüber der Hochschulleitung und Staatsregierung deutlich zu machen.

 

 

 

Zahlreiche Politische Organisationen und Medienschaffende kämpfen gemeinsam mit Student*innenvertretungen gegen Sexismus und Zensur

Solidarität lässt sich nicht brechen. Sie wächst. Am 02.03.2016 um 11 Uhr veröffentlichen abermals zahlreiche politische Organisationen und Medienschaffende innerhalb eines erweiterten Zusammenschlusses "zensierte" Zeitungsartikel gegen Sexismus und sogenannte "Pick-up-Artists". Diese Artikel waren zunächst in der Student*innenzeitung der Universität Frankfurt am Main publiziert worden und mussten nach einem Beschluss des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main aus dem Umlauf gezogen werden. Zur Begründung stellte das Gericht unter anderem fest, dass eine Student*innenschaft kein Recht habe, über einen Gegenstandsbereich zu berichten, der über die Hochschule hinausgehe. Als Protest gegen diese Einschränkung der politischen Handlungsfähigkeit von Student*innenschaften und als Zeichen der Solidarität veröffentlichten wenige Wochen später Student*innenvertretungen und -verbände in einem bundesweiten Zusammenschluss nun die zensierten Artikel erneut. Sie sind der Meinung, dass die Kritik an der Pick-up-Artist-Szene und Sexismus wichtig ist und selbstverständlich auch von Student*innen geleistet werden muss. Daraufhin ereilte die Student*innen eine Welle an Abmahnungen, die von einer privaten Medienrechtskanzlei ausging.Davon lassen wir uns nicht einschüchtern, sondern antworten mit Solidarität und einem erweiterten Kreis an Unterstützer*innen. Es ist wichtig, öffentlich über die manipulativen und gewaltvollen Vorgehensweisen von Pick-up-Artists aufzuklären. Diese Kritik muss selbstverständlich auch Student*innenschaften möglich sein und darf nicht durch das rechtlich konstruierte sogenannte „Hochschulpolitische Mandat“ beschränkt werden. Die gerichtliche Trennung von Allgemein- und Hochschulpolitik ist willkürlich und daher unhaltbar. Diese Unterteilung basiert auf einer politischen Anschauung. Wenn Gerichte sich solche Entscheidungen anmaßen, urteilen sie de facto über politische Haltungen. Hochschulen sind Teil der Gesellschaft und Student*innen sind mit den gleichen Fragestellungen konfrontiert, wie in jedem anderen gesellschaftlichen Raum auch. Die Debatte um die „Pick-Up-Artist“-Szene ist somit ein weiterer Beweis dafür, dass Hochschule und Gesellschaft keine voneinander isolierten Bereiche sind.Aus diesem Grund fordern wir nicht nur ein Ende sexualisierter Gewalt und von Sexismus, sondern werden auch weiterhin öffentlich dafür kämpfen.Hintergrundinformation:Der Euphemismus "Pick-Up-Artist" bezeichnet keine harmlose Freizeitbeschäftigung, sondern es handelt sich vielmehr explizit um psychische und physische Manipulationstechniken, die vorgeblich Durchsetzungsfähigkeit und Selbstsicherheit im Beruf und Alltag sichern sollen. Der "selbstsichere Mann" wendet dann, gemäß der Erkenntnisse in den Seminaren, das Erlernte gegen Frauen* an. Dabei wird kein Widerstand, kein "Nein", kein Desinteresse von Frauen* akzeptiert, sondern ignoriert. Dies führt so weit, dass Angehörige der Szene die  Legalisierung von Vergewaltigungen und sexualisierter Gewalt fordern. Sensibilisierung und Aufklärung über diese Praktiken, das zugrundeliegende Frauen*bild und die dadurch entstehenden Gefahren für alle Frauen* und Mädchen* ist nicht nur an den Hochschulen dringend nötig.

Pressekontakt

Marie Dücker (0157 725 322 31, marie.duecker@fzs.de)

Mandy Gratz (0151 168 076 71, mandy.gratz@fzs.de)

Sandro Philippi (0178 232 44 94, sandro.philippi@fzs.de)

Valentin Fuchs (0151 211 082 42, vorstand@asta-frankfurt.de)

Neue Unterstützer*innen:
- Opens external link in new windowLandesstudierendenvertretung  Bayern
- Konferenz Thüringer Studierendenschaften
- GEW studis
- AStA Uni Augsburg
- Opens external link in new windowAStA TU Darmstadt
- AStA FH Dortmund
- AStA Uni Koblenz
- Opens external link in new windowAStA Uni Münster
- Opens external link in new windowAStA Uni Osnabrück
- AStA Uni Potsdam
- Verfasste Studierendenschaft Heidelberg
- Gleichstellungsreferat des StuRa FSU Jena
- Opens external link in new windowautonomes Frauen*referat AStA FU Berlin
- Autonomes Frauen*- Lesbenreferat Uni Frankfurt
- Referat für Hochschulpolitik StuRa FSU Jena
- Elbfem
- Opens external link in new windowFrauen*kampftagsbündnis Thüringen
- GHG Duisburg-Essen 
- Opens external link in new windowSDS Jena
- dielinke.SDS Köln
- GRÜNE JUGEND NRW
- Opens external link in new windowGRÜNE JUGEND Bayern
- Linksjugend ['solid] Thüringen
- Linksjugend ['solid] Baden-Württemberg
- Juso-Hochschulgruppen Bayern
- GRÜNE Hochschulgruppe Augsburg
- GRÜNE JUGEND Regensburg
- SDS Augsburg
- Campusgrün Marburg
- GEW-Hochschulgruppe Würzburg
- FemRef Bremen
- MUC gegen RapeCulture
- Linksjugend ['solid]
- GRÜNE JUGEND

Bisherige Unterstützer*innen:

- Opens external link in new windowLandesstudierendenvertretung Niedersachsen
- Opens external link in new windowAStA Marburg
- AStA Uni Duisburg Essen
- Opens external link in new windowAStA Uni Lüneburg
- AStA Uni Hannover
- AStA Uni Frankfurt
- Opens external link in new windowAStA Uni Passau
- AStA Uni Regensburg
- Opens external link in new windowAStA FU Berlin
- AStA TU Berlin
- Refrat HU Berlin (gesetzlich: AStA)
- Juso-Hochschulgruppe Würzburg
- Opens external link in new windowReferat Gleichstellung und Opens external link in new windowReferat Aktion der StuV Uni Würzburg
- campus:grün köln
- Opens external link in new windowSDS.dielinke Marburg
- dielinke.SDS
- Campusgrün Bundesverband grüner und grün-alternativer
Hochschulgruppen
- Opens external link in new windowJuso Hochschulgruppen
- Opens external link in new windowfreier zusammenschluss von student*innenschaften (fzs)

 

Hier findest du den Initiates file downloadArtikel vom AStA der Uni Frankfurt am Main

Hier findest du den Initiates file downloadArtikel aus der AStA Zeitung der Uni Frankfurt am Main.

Studierende kämpfen trotz Abmahnungswelle weiter gegen Zensur.

Kritik an Sexismus und sexualisierter Gewalt darf nicht eingeschränkt werden

Nach einer gemeinsamen Aktion gegen Sexismus, sexualisierte Gewalt und die sogenannte "Pick-Up-Szene" erhielten mehrere Studierendenvertretungen und -verbände Abmahnungen von einer Medienkanzlei. Die beteiligten Organisationen haben Artikel aus einer Studierendenzeitung der Uni Frankfurt wiederveröffentlicht, nachdem den Frankfurter Studierenden untersagt wurde, sich öffentlich zu dem Themengebiet zu äußern. Begründet wurde diese Zensur unter anderem damit, dass die Studierenden damit ihr Mandat übertreten hätten. Die Aktion der Studierendenorganisationen sollte bekräftigen, dass eine Trennung von Hochschul- und Allgemeinpolitik nicht haltbar ist und zu willkürlicher Justiz führt. Tatsächlich ist es wichtig, dass Studierendenschaften sich gegen Sexismus und Gewalt einsetzen, auch wenn diese Phänomene nicht auf die Hochschule begrenzt bleiben.

Die selbstformulierten Unterlassungserklärungen der Studierendenorganisationen sind kein Schuldeingeständnis. Im Gegenteil: Die Organisationen sind immer noch der Meinung, dass es wichtig ist, sich zu politischen Themen äußern zu können. Die Erklärungen wurden abgegeben, weil es das Hauptanliegen der Studierenden ist, sich mit dem AStA Frankfurt zu solidarisieren und sich auf die Thematik an sich zu fokussieren. Schließlich ist es das Ziel der Studierenden, dass der AStA Frankfurt das Verfahren gewinnt. Das gezeichnete Drohszenario soll juristisch nicht versierte Studierende einschüchtern und demotivieren. Wir kritisieren ein Vorgehen per Abmahnungen scharf und solidarisieren uns insbesondere mit betroffenen Einzelpersonen.

Wir als Bündnis aus verschiedenen hochschulpolitischen Strukturen werden weiterhin für unser Recht auf Kritik an Sexismus auf dem Campus und darüber hinaus kämpfen und den Forderungen nicht nachkommen.


Unterstützer*innen:

    freier zusammenschluss von student*innenschaften

    LAK Niedersachsen

    AStA FU Berlin

    AStA TU Berlin

    Refrat HU Berlin (gesetzlich: AStA)

    AStA Uni Marburg

    AStA Uni Lüneburg

    SDS.die Linke Hochschulgruppe Marburg

    campus:grün köln

    Juso-Hochschulgruppe Würzburg

    Referat Gleichstellung und Referat Aktion der StuV Uni Würzburg

    AStA Duisburg-Essen

    AStA Hannover

    AStA Regensburg

    AStA Passau

    Die Linke.SDS

    Juso-Hochschulgruppen

    Campusgrün Bundesverband grüner und grün-alternativer Hochschulgruppe

 

 

Keine Zensur von Kritik an Sexismus - Studierendenschaften und Studierendenverbände veröffentlichen "verbotene" Kritik an Pick-up-Artists.

Am heutigen Freitag setzen bundesweit zahlreiche
Studierendenvertretungen und -verbände ein Zeichen gegen sogenannte "Pick-up-Artists". Sie veröffentlichen zeitgleich um 11 Uhr zwei Artikel zum Thema, auf deren Publikation sich eine Verurteilung seitens des Oberlandesgerichts Frankfurt bezieht.

Anlass für unser gemeinsames Auftreten ist der Gerichtsprozess, in welchem sich aktuell die Studierendenschaft der Universität Frankfurt befindet. In ihrer studentischen Zeitung sind zwei Artikel
veröffentlicht worden, die sich gegen Sexismus, sexualisierte Gewalt und "Pick-up-Artists" im Besonderen wenden. Gegen diese Artikel wurde von einem "Pick-Up-Artist" Beschwerde eingelegt, weil er und seine Tätigkeiten am betreffenden Campus kritisiert werden. Nachdem das Landgericht die Beschwerde im Sinne des Presserechts abgelehnt hat, ging er in die nächste Instanz. Beim Oberlandesgericht erreichte er eine einstweilige Verfügung, weil die Studierendenvertretung mit der Freigabe eines solchen Artikels zum einen Persönlichkeitsrechte verletze, aber vor allem auch ihr Mandat überschritten hätte. Das heißt, zur Debatte steht damit auch die Kritik an Sexismus und die
Frage, ob und wie Studierendenvertretungen eine solche üben dürfen.

Als studentische Organisationen veröffentlichen wir alle in Rede
stehenden Artikel, um die notwendige Kritik an der sexualisierten
Gewalt von "Pick-up-Artists" zu stärken, statt sich einer Zensur zu
fügen. Die Vertretungen und Verbände sind sich einig darin, dass
Sexismus und männliche Gewalt gegen Frauen* auch im Kontext der Hochschule kritisiert werden muss. Einerseits gebietet Unrecht, dass es im Rahmen einer zivilen Öffentlichkeit kritisiert werden muss und andererseits ist es nicht von der Hand zu weisen, dass eben auch in Hochschulen, wie die Artikel zeigen, sexualisierte Gewalt stattfindet - denn Sexisten nutzen auch diese Räume für ihre Aktivitäten. Es wäre ein fragwürdiges Zeichen, wenn der Presse oder studentischen Vertretungsorganisationen verboten würde, Kritik an Diskriminierung und Gewalt(aufrufen) zu üben. Daher halten wir eine Konfrontation für unvermeidlich.

Mit der heutigen Aktion möchten wir unterstreichen, dass der AStA
Frankfurt und die Autor*innen der Artikel nicht allein in ihrem Kampf gegen sexistische und sexualisierte Gewalt an den Hochschulen und darüber hinaus stehen. Die unterzeichnenden Organisationen werden sich nicht in ihrem Recht auf Publikationsfreiheit einschränken lassen und weiterhin über Gewalt an und außerhalb der Hochschulen aufklären.

Der Euphemismus "Pick-Up-Artist" bezeichnet keine harmlose
Freizeitbeschäftigung sondern vielmehr handelt es sich explizit um
psychische und physische Manipulationstechniken, die vorgeblich
Durchsetzungsfähigkeit und Selbstsicherheit im Beruf und Alltag
sichern sollen. Der "selbstsichere Mann" wendet dann, gemäß der
Erkenntnisse in den Seminaren, das Erlernte gegen Frauen* an. Dabei wird kein Widerstand, kein "Nein", kein Desinteresse von Frauen* akzeptiert, sondern ignoriert. Dies führt so weit, dass Angehörige der Szene die Legalisierung von Vergewaltigungen und sexualisierter Gewalt fordern. Sensibilisierung und Aufklärung über diese Praktiken, das zugrundeliegende Frauen*bild und die dadurch entstehenden Gefahren für alle Frauen* und Mädchen ist nicht nur an den Hochschulen dringend nötig.

Die vom Oberlandesgericht Frankfurt angeführte Trennung von
"Allgemeinpolitik" und "Hochschulpolitik" können wir nicht
nachvollziehen. Dass die betreffenden Pick-up-Artists einer
einschlägigen Firma ihre Gewalt auf den Campus ausdehnen zeigt, dass eine Trennung zwischen Hochschule und Gesellschaft nicht möglich ist. Wenn sich Studierendenschaften nicht mehr zu Sachverhalten, die auch außerhalb ihrer Hochschulen existieren, äußern können, werden sie de facto mundtot gemacht. Gegen diese Zensur setzen die teilnehmenden Studierendenschaften und Verbände ein klares Zeichen.

- AStA Uni Hannover
- AStA Uni Marburg
- AStA FU Berlin
- AStA TU Berlin und Frauen*referat AStA TU Berlin
- AStA Uni Duisburg-Essen
- AStA Uni Lüneburg
- AStA/SprecherInnenrat Uni Passau
- campus:grün köln
- Campusgrün Bundesverband grüner und grün-alternativer Hochschulgruppen
- Die Linke.SDS
- freier zusammenschluss von student*innenschaften
- Juso-Hochschulgruppe Würzburg
- Juso-Hochschulgruppen
- LAK Niedersachsen
- Referat Gleichstellung und Referat Aktion der StuV Uni Würzburg
- RefRat HU Berlin (gesetzlich AStA)
- SDS.die Linke Hochschulgruppe Marburg

STREET POLITICS 101

Film zu Studierendenprotesten in Kanada mit anschließender Diskussion

Di. 08.12.2015 - Kellerperle - Einlass 19:45 Uhr - Eintritt frei

Was können Studierendenproteste erreichen? Zu dieser Frage wollen wir mit Euch diskutieren. Das Referat Aktion der Studierendenvertretung und das Bündnis "Lernfabriken ...meutern! Würzburg" laden Euch ein zum Film STREET POLITICS 101 mit anschließender Diskussion. Im Frühjahr 2012 kam es in Montréal für mehr als sechs Monate zu massiven Protesten gegen eine Erhöhung der Studiengebühren. Über 100.000 Studierende gingen regelmäßig und nicht immer gewaltfrei auf die Straße, um ein Zeichen gegen die Ignoranz der Regierung zu setzen. Der Film dokumentiert die Organisation einiger der größten Massendemonstrationen in der Geschichte Kanadas und soll uns als Grundlage für eine hoffentlich spannende und kontroverse Diskussion dienen. Filmsprache ist Englisch

 

Mehr Infos unter: www.kellerperle.de

AKTION: Lernfabriken ...meutern! Würzburg

 

 

Selbstdarstellung der Kampagne “Lernfabriken …meutern!”

Die Bedingungen, unter denen Bildung stattfindet, sind katastrophal: völlig undemokratische Strukturen; Leistungsdruck durch Turboabitur, Notenwahn und Regelstudienzeit; soziale Ausgrenzung durch Gebühren und mangelnde Förderungsmöglichkeiten; wachsender Einfluss von Unternehmen; Unterfinanzierung vom Personal bis zur Gebäudeinstandhaltung; überarbeitete Lehrende; zu große Klassen und Kurse. Dies alles führt nicht nur zu miserablen Lehr- und Lernbedingungen, es macht Menschen krank. Daher ist es auch kein Geheimnis mehr: Das derzeitige Bildungs- und Wissenschaftssystem ist gescheitert. Es wird den Ansprüchen, die seit der Aufklärung erhoben werden, nicht ansatzweise gerecht.

Schüler*innen, Auszubildende und Studierende sollen nur das lernen, was der Arbeitsmarkt verlangt. Demokratische Partizipation sowie das kritische Hinterfragen der Gesellschaft werden dabei zugunsten braver Angepasstheit an die Erfordernisse der Wirtschaft verdrängt. Die Devise lautet: nützliches Humankapital statt mündiger Menschen. Dabei werden im Kampf um die besten Plätze in dieser Gesellschaft weite Personenkreise ausgegrenzt. Sinnlose Konkurrenz und unnötige Ausschlüsse fangen schon im Bildungswesen an. Schon in Kindertagesstätten ist nicht Platz für alle. Nach der Grundschule werden junge Menschen in verschiedene Schulformen sortiert. Die Auslese richtet sich nach dem Bildungsgrad und dem Einkommen der Eltern, für viele ist die Hochschule dann gar nicht mehr erreichbar. Hohe Gebühren und Kosten der Lernmaterialien, eine unzureichende Ausbildungsförderung und hohe Mieten tun ihr übriges.

Die enorme Bedeutung von Bildung offenbart dabei die Notwendigkeit eines anderen Bildungssystems. Bildung meint die kritische Aneignung unserer Welt, um diese als lebendigen Teil einer demokratischen Gesellschaft mitzugestalten, ganz im Sinne von sozialer Gerechtigkeit, ökologischer Nachhaltigkeit und Frieden. Sie ist Triebfeder gesellschaftlichen Wandels hin zu einem besseren Zusammenleben. Hierfür braucht es die richtigen Bedingungen – ausfinanziert, demokratisiert und zugänglich für alle.

Wir alle, Schüler*innen, Auszubildende, Student*innen und wissenschaftliche Mitarbeiter*innen, sind dem gleichen Problem ausgesetzt: dem Bildungssystem. Aus diesem Grund sind wir nicht auf unseren eigenen Vorteil innerhalb des Systems aus, sondern fordern ein solidarisches Bildungssystem für alle Menschen! Eine umfassende Demokratisierung des gesamten Bildungssystems geht daher mit einer ebenso entschlossenen Umgestaltung der gesellschaftlichen Verhältnisse einher.

Der immer größer werdende Unmut gegen die Zurichtung von Bildung macht deutlich, dass der Status Quo nicht mehr aufrechtzuerhalten ist. Die Proteste in der Vergangenheit haben mit der Abschaffung der Studiengebühren sowie dem Zurückdrängen von G8 enorme Durchbrüche erreicht. Dies zeigt, dass gesellschaftliche Verbesserung durch solidarisches Zusammenwirken erreicht werden kann.

Deshalb: Nehmen wir unsere Bildung selbst in die Hand – meutern wir die Lernfabriken! Lasst uns für eine Gesellschaft kämpfen in der echte Bildung möglich ist!

Komm doch zu unserem Treffen!

An dieser Stelle wird demnächst der Termin unseres nächsten Treffens bekanntgegeben.

 

 

 

Besucht uns auf Facebook!

Hier findet ihr die aktuellsten Infos zu unseren Aktionen:

https://www.facebook.com/lernfabriken.meutern.wuerzburg

 

 

 

Für eine andere Hochschule!

 

Selbstbestimmt Leben und Lernen

Der Slogan „Selbstbestimmt Leben und Lernen“ zierte das Fronttransparent der Bildungsstreikdemo in Karlsruhe letzten Sommer und auch sonst taucht auf den Flyern und Plakaten der streikenden Schüler_innen und Student_innen immer wieder diese Forderung auf. Aber was steckt eigentlich genau dahinter, wie soll überhaupt selbsbestimmtes Studieren bzw Lernen definiert werden, wie hängt das Ganze mit einem selbstbestimmten Leben zusammen und was an der derzeitigen Situation verhindert eine solche Art der Aneignung von Wissen?

Um sich dem Begriff des selbstbestimmten Studierens zu nähern sollte zuerst der Begriff der Bildung betrachtet werden. Oft wird bei der Definition das alte Humboldtsche Bildungsideal herangezogen, also Bildung als Ausbildung der eigenen Persönlichkeit und Individualität, als Wert an sich und vor allem als Selbstbildung aus Eigeninteresse. Demgegenüber steht für viele Student_innen, vor allem durch die sogenannte Bolognareform und die Umstellung auf Bachelor/Master, ein erhöhter Leistungsdruck und, bedingt durch ein als verschult empfundenes Studium, der Eindruck, dass es in ihrem Studium eher um den angestrebten Abschluss und den schnellen Sprung auf den Arbeitsmarkt geht und nicht mehr, wie von Humboldt postuliert, um eine Bildung an sich.

Doch verliert mensch aus so einer Perspektive schnell aus den Augen, das Bildung in den Universitäten schon immer Ausbildung bedeutete. Egal in welcher geschichtlichen Periode war die Universität schon immer ein Ort, der für die jeweils Herrschenden die Ausbildung wichtiger Funktionsträger garantierte, seien dies nun Richter_innen, Architekt_innen oder Lehrer_innen.

Was sich jedoch im Laufe der Zeit geändert hat, ist die Zugangsmöglichkeit zur Universität. War es früher nur wenigen, meist aus der Oberschicht, möglich ein Studium aufzunehmen, wird es heute theoretisch jeder und jedem ermöglicht die Uni zu besuchen. Dass dies in der Praxis aber nicht immer gewährleistet ist, wurde schon mehrfach statistisch erwiesen, so haben es Kinder aus Arbeiter_innenhaushalten oder Migrant_innen deutlich schwerer jemals einen Blick in einen Hörsaal zu werfen, als zum Beispiel Sprösslinge einer Akademiker_innenfamilie. Politiker_innen verschiedenster Parteien und auch weite Teile des Bildungsstreiks fordern deshalb Chancengleichheit im Bildungssystem. Diese auf den ersten Blick sinnvolle Forderung verliert bei näherer Betrachtung sehr schnell ihren Reiz. Die Universität erfüllt nämlich auch bei der gleichen Chance sie zu besuchen ihre Funktion als selektiver Mechanismus mithilfe von Klausuren, Noten und begrenzten Masterzugängen. Und gäbe es wirklich den Master für alle, würde dann eben um die Qualität dieses Abschlusse konkuriert und das Hauen und Stechen ginge dann nahtlos auf dem Arbeitsmarkt weiter. Ganz zu schweigen davon, dass eine Forderung nach Chancengleichheit schon immer eine sozial gegebene Ungleichheit impliziert und, schlimmer, auch noch rechtfertigen kann. Wenn die Chancen gleich verteilt sind, dann hat der Topmanager sie halt genutzt und der Penner ums Eck eben nicht. Alles Punkte die dem schönen Leben offensichtlich diametral entgegen stehen.

Kann sich die Forderung nach selbstbestimmtem Studieren also einfach auf die Forderungen nach Chancengleichheit, voll finanzierten Studienplätzen und der Möglichkeit der Selbstfindung während des Studiums beziehen?

Betrachtet mensch das aktuelle Problem Bildungspolitik in einem gesamtgesellschaftlichen Kontext, wird klar, dass die Umstrukturierung der Universitäten nicht im luftleeren Raum stattfindet, sondern Teil eines gesamtgesellschaftlichen Prozesses ist. Immer mehr Bereiche, die früher vermeintliche Autonomie genossen haben, wie die Universitäten, werden an die Bedürfnisse des freien Marktes und des globalisierten Wettbewerbs angepasst.

Dagegen sollte es möglich sein, einen anderen Bildungsbegriff zu entwerfen. Bildung muss mehr sein als Selbstvervollkommnung, sie muss es ermöglichen die Gesellschaft in der wir leben kritisch zu hinterfragen. Es reicht nicht, sich die Universität als eine Insel im Meer der Gesellschaft vorzustellen und die Bildungspolitik abseits jedweder gesellschaftlicher und ökonomischer Zwänge zu sehen.

Selbstbestimmtes Studieren heißt, sich Freiräume zu eröffnen, in denen es möglich ist, sich solch eine Art Bildung anzueignen. Solch ein selbstbestimmtes Studieren kann dann auch nur mit dem Versuch einhergehen ein selbstbestimmtes Leben zu führen, also gerade nicht mehr mitzumachen, nicht mehr nur einfach zu funktionieren, sondern zu versuchen sich der allgegenwärtigen Verwertungslogik zu entziehen. Selbstbestimmtes Studieren muss es uns ermöglichen unsere Umwelt zu begreifen, zu kritisieren, und etwas zu denken das ganz anders ist als das Bestehende.(„oder“ eine Perspektive zu eröffnen die solidarische und freie Bildung ermöglicht)

Wie das Ganze jedoch von der reinen Abstraktion auf eine realpolitische Ebene bringen?

Der politische Kampf für ein selbstbestimmtes Studium fängt schon bei dem Versuch an, die Umstrukturierungen durch die Bolognareform zurückzunehmen. Durch Wegfall von Studiengebühren, Anwesenheitslisten, oder erhöhtem Leistungsdruck durch den Bachelor würde für den/die Einzelne_n ein kleines Stück mehr an Freiheit geschaffen. Durch die Forderung nach mehr Demokratie an den Universitäten, hier in Konstanz zum Beispiel die Forderung nach einer verfassten Studierendenschaft, können unsere politischen Spielräume erweitert werden. Durch Aktionen wie Hörsaalbesetzungen können temporäre Freiräume an der Uni geschaffen werden, in denen wir unsere Vorstellungen von einem selbstbestimmten Studium und Leben miteinander austauschen können. Jedoch sollten wir bei all dem nicht vergessen, dass der Großteil unserer Kämpfe nur defensiver Natur sind. Um wirklich in die Offensive zu kommen, bedarf es eines gesamtgesellschaftlichen Wandels, auf den mensch nur in Zusammenarbeit mit anderen sozialen Bewegungen hinwirken kann.

In diesem Sinne: Für ein selbstbestimmtes Studium und ein selbstbestimmtes Leben!

Reclaim your university!
Reclaim your education!
Reclaim your life!