Intern
Studierendenvertretung

Eine Vision

Ein Nachhaltigkeitsbüro für die Uni? In vielen Städten wurde dies auf der Grundlage studentischen Engagements erfolgreich umgesetzt. Auch wir vom RefÖko sehen die Initiierung eines Green Office in Würzburg als notwendig und realistisch an.

Mit der Einrichtung eines Green Office für einen Projektzeitraum von einem Jahr wird eine Vernetzung und Verstetigung der bestehenden Aktivitäten für eine nachhaltige Entwicklung gewährleistet. Damit einher geht eine Überarbeitung des Leitbildes. Außerdem könnten neue Konzepte initiiert werden, die zur Überwindung der Hürden beitragen.

Hat die Universität Würzburg die erwähnten Hürden überwunden, kann eine dauerhafte nachhaltige Entwicklung der Universität durch die Verlängerung des Green Office über den Projektzeitraum hinaus gewährleistet werden.

Green Office

Das erste Green Office ist 2010 in Maastricht entstanden, bis 2015 sind europaweit 14 Offices in Universitäten dazugekommen, darunter Berlin, Konstanz und Hildesheim in Deutschland. Das Modell des Green Office oder eines Nachhaltigkeitsbüros verbindet studentisches ehrenamtliches Engagement für nachhaltige Themen an einer Universität mit der Koordination durch eineN wissenschaftlicheN MitarbeiterIn. Durch das offizielle Mandat der Universitätsleitung ist es ein anerkanntes und selbstständig agierendes Organ der Universität und ist damit für eine enge Zusammenarbeit mit allen Universitätsangehörigen zentral verankert.

Es fußt auf den Säulen: Studierende und MitarbeiterInnen, Mandat der Hochschulleitung, Finanzierung durch Budget, Integration in die Hochschule, Zusammenarbeit mit hochschulinternen und externen Nachhaltigkeitsinitiativen sowie Training durch regelmäßige Weiterbildungen des Green Office Teams.

Darüber hinaus wird das Green Office von Freiwilligen, bspw. aus den bereits bestehenden Nachhaltigkeit-Initiativen der Universität, in seiner Arbeit unterstützt – während das Green Office im Gegenzug die Infrastruktur für die Umsetzung von Projekten dieser Initiativen bereit stellt.

Die Herausforderung

Konkret auf Nachhaltigkeit bezogen gibt es 5 zentrale Aspekte der Verantwortung von Hochschulen:

Erstens trägt der öffentliche Sektor und damit auch die Hochschule mit ihrer Vorbildfunktion eine besondere gesellschaftliche Verantwortung, nicht nur Mitläufer, sondern auch Vorreiter durch die Entwicklung und Umsetzung innovativer Konzepte zu sein. Zweitens ist die Hochschule mit zumeist mehreren tausend Mitgliedern eine große Organisation, die mit einer Kleinstadt durchaus vergleichbar ist und daher einen enormen Energie-, Wasser-, und Materialverbrauch besitzt. Auch die in Laboren eingesetzten Schadstoffe und Chemikalien bedürfen einer besonderen Verantwortung in Verwendung und Entsorgung. Drittens ist die zentrale Multiplikatorenfunktion der Universität als (Aus-)Bildungsstätte für zukünftige Führungskräfte zu nennen. Viertens sind die Universitäten als Denkfabriken in der Lage, den ökologischen, ökonomischen und sozialen Krisen sinnvolle Lösungskonzepte entgegen zu stellen (vgl. Bogun 2004, S. 4). Nicht zuletzt hat die Bildung für nachhaltige Entwicklung an Universitäten eine zentrale Funktion. Diese geht über den bloßen Erwerb von Grundlagenwissen hinaus. Sie soll Kompetenzen wie die Gestaltungskompetenz fördern und entwickeln, die einer aktiven Gestaltung eines zukunftsfähigen und nachhaltigen Lebens und Wirtschaftens dienlich sind.

Indem die Universität ihre Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft erkennt und wahrnimmt, steigt das Vertrauen in sie, ihre Glaubwürdigkeit und Legitimation und damit ihre Handlungslizenz als Grundlage für die Bereitstellung von Finanzen, Personal oder Autonomie.